Samstag den 12. September 2009
15. Internationales CVJM Sommerworkcamp in Bergen-Belsen entdeckt Hakenkreuze bei kik-Discounter
Rubrik: Jugendarbeit

Die internationalen Teilnehmer des 15. internationalen Sommerworkcamps des CVJM (Christlicher Verein junger Menschen) waren zu Gast im Anne-Frank-Haus in Oldau und der Gedenkstätte Bergen-Belsen um zur Thematik des Holocaust und zum heutigen Gegenwartsbezug zu arbeiten.

Eindeutige Abschreckung

Eindeutige Abschreckung

"Kreuzwinkelständer"

"Kreuzwinkelständer"

Verkaufaktion

Umso mehr verschlug es den internationalen Teilnehmern die Sprache als sie bei einem Stadtbummel in Winsen/Aller beim Kleidungsdiscounter kik als Hakenkreuz formierte Kleiderständer bemerkten. Diese Tatsache ließ bei den Teilnehmern Fragen aufkommen warum es zum Beispiel verboten ist, durchgestrichene Hakenkreuze darzustellen aber Hakenkreuze als Alltagsgegenstände entziehen sich diesem Verbot? Wie wird heute in Deutschland mit Nazisymbolen umgegangen? Denn dieses Zeichen steht für Krieg, Völkermord, Terror und Unmenschlichkeit, es steht für deutschen Faschismus!

 

Fakt ist: Von oben betrachtet sehen die vom Textil-Discounter “kik” in 2700 Filialen europaweit aufgestellten “Kreuzwinkelständer” wie Hakenkreuze aus. Und die sind nach Paragraph 86a des Strafgesetzbuches (”Verwendung nationalsozialistischer Symbole”) verboten. Das sachlich angesprochene Verkaufspersonal erkennt die Hakenkreuze, ist für mögliche Veränderungen jedoch nicht kompetent, schließlich hängt der Job daran und an den Hakenkreuzen hängt Kleidung, die sie verkaufen müssen.

 

Aber nicht genug derartige Kleiderständer zu benutzen, weckt die Warnung vor Ladendiebstahl bei kik und die gemeinsame Werbeaktion mit Bild aus dem Frühjahr 2009 für das „Volks T-Shirt“ zusätzliche Assoziationen. Wird man beim Betrachten des Warnschildes vor Ladendiebstahl sehr an den Hitlergruß erinnert und bekommt auf den Schildern zusätzlich Schlagworte wie drohender „sozialer Abstieg“ genannt, liegt beim Begriff „Volks T-Shirt“ eine Assoziation mit „Volksempfänger“ oder „Volks-Auto“ sehr nahe.

 

Auf der Firmenseite von kik ist veröffentlicht: „…Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz – das sind längst keine werblichen Phrasen mehr, sondern dahinter stecken die Überzeugung und der Wille, sich als Mensch, Unternehmen und Gemeinschaft für die Belange unserer Umwelt und unserer Gesellschaft einzusetzen. … Unser Versprechen ist, dass wir Handeln und etwas ändern wollen. Damit auch unsere nachfolgenden Generationen noch Werte erleben und Perspektiven erhalten, bemühen wir uns nach besten Wissen und Gewissen, Dienstleister für die Gesellschaft zu sein, in der wir heute leben….“

 

Die kik Zentrale angesprochen auf dieses Problem antwortet mit einer Standard-email: :
„Die – leider immer wieder – geäußerte Assoziation mit verfassungsfeindlichen Symbolen ist für uns nicht mehr nachvollziehbar […] Niemand in unserem Haus würde auch nur im Ansatz damit ein derartiges Symbol in Verbindung bringen. Wir sind ein modernes, liberales Unternehmen […] Als internationales Handelsunternehmen und Mitglied im Verein ‚Gesicht Zeigen!’ [sic.] heißen wir in unseren Filialen alle Menschen, egal welcher Abstammung sie sind, herzlich willkommen.“

 

Wir würden uns wünschen, das kik sein Versprechen wahr macht und wirklich etwas ändern will, denn zur Zeit hat kik an dieser Stelle ein sehr trauriges Bild bei den internationalen Gästen hinterlassen und Fragen aufgeworfen die wir gern von den Verantwortlichen bei kik beantwortet haben möchten. Hätten die »kik« Verantwortlichen wirklich Kreuz, schmissen sie ihre Kleiderständer mit samt ihrer fragwürdigen Warn u. Werbeschildern auf den Müll.

 

Wenn Kleiderständer beim Textildiscounter»kik« zu weithin erkennbaren Hakenkreuzen montiert sind, wenn Warntafeln zweifelhafte Grüße senden oder zweideutige Werbungen geschaltet werden, gilt es, sich dagegen zu wehren. Wir haben entschieden etwas dagegen, dass dies alles weiter Verwendung findet. Veränderung sollte schnell möglich sein. Schließlich muss nicht bei »kik« gekauft werden…

 

Für die Teilnehmer des 15. internationalen CVJM-Sommerworkcamps in Bergen-Belsen

Jan-Hinnerk Scholljegerdes

 


Freitag, 10.06.2011 11:52
Geil, voll besorgt über die Welt und die Kleiderständer in ihr - aber schön bei Kik von Kinderhand genähtes Zeug einkaufen. Wie unglaubwürdig seid Ihr denn bitte.

Donnerstag, 05.08.2010 10:13
Ich verstehe es nicht! Bei Kik werden Arbeitnehmer im In- und Ausland ausgebeutet bis zum Geht-Nicht-Mehr und um was sorgt sich die Kirche? Um Kleiderständer und Plakate die mit Fantasie an die Symbol einer seit einem Dreiviertel Jahrhundert vergangenen Diktatur erinnern!

Achja, dabei fällt mir ein, daß Papst und Bischöfe wenn Sie einen Gottesdienst betreten auch sehr oft stark an den Diktator Hitler erinnernde Gesten von sich geben.

Daumen runter, ganz weit!

Montag, 05.10.2009 17:07
Na wenn das mal nicht wieder ein paar schöne Fälle für den \"ZENTRALRAT DER EMPÖRUNG IN DEUTSCHLAND\" sind. Los Leute! Raus mit der Keule!!!

Ihr seid doch alle krank im Hirn... Und \"Naziparanoia\" heißt eure Krankheit!

Mit maßvollem Gruße
BERBERJESUS

Montag, 05.10.2009 10:41
watn quatsch

Sonntag, 13.09.2009 00:02
Also die Aufregung über das Volks-T-Shirt kann ich nicht nachvollziehen - wenn man sich mal ansieht was in den letzten Jahren schon alles als \"Volks-\"irgendwas angeboten wurde, z.B. PCs, Handys, Fernseher.

Und nicht zuletzt Volkswagen - also VW!

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