Sonntag den 09. Mai 2010
Beratungswürdig ist das, was dich länger als normal beschäftigt.
Rubrik: Fortbildung

In der Langzeitfortbildung "Kollegiale Unterstützungssysteme - Kollegiale Beratung und Supervision (KoBeSu IV)“ konnten die Teilnehmenden innerhalb der letzten Blockwoche ihre beraterische Kompetenz vertiefen.

Die Kursgruppe

Die Kursgruppe

Mittagspause auf Spiekeroog vor Haus I

Mittagspause auf Spiekeroog vor Haus I

Kleiner Plausch

Kleiner Plausch

Überreichung der Bescheinigungen

Überreichung der Bescheinigungen

Die jeweiligen inhaltlichen Fäden, die zu Beginn der Fortbildung gelegt wurden, aufzunehmen, zu reflektieren und zum Abschluss zu bringen, stand im Mittelpunkt der letzten Kurswoche. So wurde das Beratungsverständnis zu Fortbildungsbeginn nach 1 1/2 Jahren theoretischer und praktischer Erfahrung mit kollegialer Beratung miteinander vergleichen, Übereinstimmungen festgestellt und Veränderungen herausgearbeitet. Das kollegiale Unterstützungssystem "Tandemarbeit" wurde ebenfalls kritisch gewürdigt und "als sehr hilfreich für die eigenen Lern- und Prozesserfahrungen" eingestuft. Darüber hinaus war genügend Gelegenheit für die eigene beraterische Kompetenz weitere praktische Erfahrungen im Blick auf Ablaufmodelle von Kollegialer Beratung zu sammeln und zusätzlich Sicherheit bezüglich der Phasenmodelle zu erhalten.

 

Bei den drei Modellen KoBeSu (nach Prof. Dr. Jörg Schlee), KoBeSu Variante 2plus (nach Manfred Neubauer/Irmtraud Roscher) und dem Reflecting Team (nach Tom Anderson) wurden insbesondere die Rollen der Moderation, Rat suchenden Person und der BeraterInnen in den Fokus der Betrachtung gestellt und in der Lerngruppe reflektiert. Ein "Abschlusstest", den die KursteilnehmerInnen im Tandem bearbeitet hatten, bot Gelegenheit das Erlernte in den Gesamtzusammenhang der Fortbildung zu stellen und Lernsätze wie "Beratungswürdig ist das, was dich länger als normal beschäftigt." zu verinnerlichen. Einen wesentlichen Bestandteil nahm auch die persönliche Reflexion der Kurses ein. Dabei war das persönliche Feedback sowohl auf sich selbst, die Gruppe und auf die Leitung bezogen. Drei Fragestellungen waren dabei leitend:

  • die eigene Motivation an der Langzeitfortbildung teilzunehmen
  • der berufliche Nutzen
  • die persönliche Entwicklung

 

Ein Kursteilnehmer formulierte für sich zusammenfassend: "Das Lernen auf unterschiedlichen Ebenen und in vielfachen Arbeits- und Erfahrungsfeldern ist m. E. bei dieser Langzeitfortbildung gewollt und intensiviert die persönlichen Lernerfolge und den Kompetenzgewinn in kollegialer Beratung." Ein anderer Teilnehmer fasste für sich zusammen: "Ich habe gerne an der Fortbildung teilgenommen. Auch weil sie die Möglichkeit bot, aus dem Alltagsgeschäft herauszukommen und mit einer distanzierten Perspektive den beruflichen Alltag neu zu sehen."

Die Langzeitfortbildung „"Kollegiale Unterstützungssysteme - Kollegiale Beratung und Supervision (KoBeSu)“ wurde von Irmtraud Roscher und Manfred Neubauer für Mitarbeitende aus der Jugend(verbands)arbeit entwickelt, die mindestens drei Jahre Praxiserfahrung haben und in ihre berufliche Praxis kollegiale Unterstützungssysteme implementieren möchten. Mittlerweile nehmen jedoch auch Mitarbeitende aus anderen Bereichen der Jugendhilfe und aus dem schulischen Kontext an der Langzeitfortbildung teil.

 

Diese Theorie-Praxis-Fortbildung bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Formen kollegialer Unterstützungssysteme kennen zu lernen, auszuprobieren und in das jeweilige Arbeitsfeld zu installieren. Alle kollegialen Unterstützungssysteme gehen davon aus, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter letztlich ExpertInnen für sich und ihre jeweilige berufliche Situation sind und bleiben.Ziel dieser Theorie-Praxis-Fortbildung ist somit die Implementierung geeigneter Unterstützungssysteme in die berufliche Praxis der Teilnehmenden. Dieser Prozess wird durch die Kursgruppe und die Leitung kritisch reflektiert und konstruktiv begleitet. Daneben ist es Ziel, die Beratungskompetenz der Teilnehmenden zu erhöhen.


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