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Mittwoch den 29. April 2009
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Ursula Thielen und Britta Wagener bei ihrer Präsentation

Erstes Stöbern in den Kartons

Inneres Team in Aktion: Irmtraud Roscher, Manfred Neubauer, Britta Wagener und Ursula Thielen

Hören, sehen und Wirken lassen
Die Langzeitfortbildung „Kollegiale Beratung und Supervision (KoBeSu) IV“ wurde für Mitarbeitende aus der Jugend(verbands)arbeit entwickelt, die mindestens drei Jahre Praxiserfahrung haben und in ihre berufliche Praxis kollegiale Unterstützungssysteme implementieren möchten.
Beim letzten Zusammentreffen im Evangelischen Jugendhof Sachsenhain in Verden sollten die Teilnehmenden ihre beraterische Kompetenz durch theoretische und praktische Erkenntnisse im Blick auf das Modell der inneren Kommunikation („innere Team“) nach Friedemann Schulz von Thun erweitern. Dabei ist es Ziel, die innere Vielstimmigkeit verstehen zu lernen, das „innere Team“ weiterzuentwickeln und situationsgerecht handeln zu können. Immer mit der Intention, wie die eigene Position zu einem Sachverhalt („Beratungsgegenstand“) geklärt werden kann.
Britta Wagener, Evangelische Jugend Propstei Schöppenstedt und Ursula Thielen, Mädchenwohngruppe Villa in Herford, nahmen die Teilnehmenden auf eine Entdeckungsreise, da die Inhalte ihres Referates im Karton verpackt waren und sowohl hören als auch selber suchen angesagt waren. Sie illustrierten mit Hilfe der fünf Kommunikationsstrategien:
- Aufschub (Ich werde es mir überlegen)
- Offenbarung der Selbstklärung (Überlegungen aussprechen)
- Kontaktmanagement (einzelne Abwägung vor Ort)
- Erstbeste Reaktion (mögliche Revidierung)
- Integrierte Stellungnahme (Häufigste Reaktionsweise)
wie eine „innere Führung“ aussehen kann. Sie hatten den Stoff für das Referat aufgearbeitet und die folgenden sechs Schritte vorgestellt:
- Innere Pluralität
- Kooperative Führung
- Innere Teamkonflikte
- Aufbau der Persönlichkeit
- Variationen innerer Mannschaftsaufstellungen
- Stimmigkeit = doppelte Übereinstimmung
Daran machten sie Schlussfolgerungen deutlich, wie man dieses innere Team besser versteht und unangenehme „Gegenspieler“ mit ins Boot holt. Für Führungskräfte wird zum Beispiel deutlich, dass wirksames Führen nur durch Entwicklung des „inneren Teams“ möglich ist. Die besonders zusammengestellte Positionierung der Teammitglieder vergrößert die Einsicht in die Existenz der inneren Stimmen. Gleichzeitig wird die Einsicht des Ernstnehmens dieser Argumente gefördert. Derjenige, der mit seinem inneren Team arbeitet, erkennt innere Konflikte und schafft sich Ansatzpunkte für von ihm verantwortbare Lösungsansätze.
„Menschenführung beginnt bei mir selbst“, je klarer ich in meinem Inneren bin, desto souveräner trete ich auf. Teamsteuerung heißt zunächst einmal, sich selbst steuern zu können und einen klaren eigenen Standpunkt zu haben.
Innere Klarheit zu finden, darum geht es im Band 3 des Kommunikationsklassikers, denn nur „Wer mit sich selbst einig ist, kann der Welt mit vereinten Kräften begegnen.“
Friedemann Schulz von Thun entwirft in seinem inneren Team eine Beratungskunst mit „doppelter Blickrichtung“, das heißt nach innen und nach außen, die auch als Methode der alltäglichen Selbstberatung verstanden werden kann.