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Donnerstag den 18. März 2010
Rubrik: Fortbildung
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Johann de Buhr und Ilka Klockow beim Referat

Aufmerksame ZuhörerInnen: Heike Rohdenburg und Uwe Huchthausen

Skeptischer Blick: Kerstin Schmidt

Nacharbeit: Oliver Koppelkamm
Im Evangelischen Jugendhof Sachsenhain in Verden war die nötige Ruhe vorhanden, um zunächst von Ilka Klockow (Kreisjugendwartin KK Laatzen-Springe) und Johann de Buhr (Stadtjugendpastor Bremerhaven) mit systemischen Haltungen vertraut gemacht zu werden. Die systemische Haltung beruht auf den theoretischen Grundlagen des systemischen Ansatzes und ist eng verknüpft mit dessen Menschenbild:
- Menschen sind autonom, sie entscheiden selbst über ihr Handeln.
- Menschen sind selbstreferenziell, sie beziehen sich in ihren Entscheidungen immer auf sich selbst und ihre eigene Erfahrungen.
- Menschen sind mit ihrer Umwelt strukturell gekoppelt. Um zu überleben brauchen Menschen den Austausch mit ihrer Umwelt (physisch, psychisch und sozial).
Im Anschluss daran erläuterten die KursteilnehmerInnen die Merkmale und Eigenschaften wie Neugier, Neutralität, Respekt, Distanz, Klienten- und Ressourcenorientierung, die in der Beziehung zwischen BeraterInnen und Ratsuchender Person wichtig und prägend sein sollten, um gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen und die Fähigkeit zur Selbsthilfe und zur Entwicklungsfähigkeit zu unterstützen.
Nach theoretischen Inputs wurden immer wieder Methoden der systemsichen Fragetechniken ausprobiert. Nicht nur um eine kreative Auflockerung des Referates zu erzielen, sondern auch gezielt auf ein weiteres Kollegiales Unterstützungssystem hinzuleiten: Das "Reflecting-Team" ist eine sehr gute Möglichkeit (gerade auch im Bereich von Jugendarbeit) Reflexionsprozesse zu strukturieren und anzuwenden, da für alle Beteiligte Transparenz, z.B. in Bezug auf Regeln, eine Voraussetzung ist. Das Modell besticht einerseits durch seine Schlichtheit, bietet andererseits Ergänzungs- und Variationsmöglichkeiten, die der Kreativität im Feld von Jugendarbeit entsprechen. Dabei waren immer auch problemlösende Aspekte (Welche Gedanken waren anregend?) als auch lösungsorientierte Blickrichtungen (Welche Gedanken waren hilfreich?) zielführend.
Im weiteren Kursverlauf erfolgte eine Standortbestimmung zu den implementierten Gruppen von "Kollegialer Beratung in die berufliche Praxis". Dies immer mit dem Ziel Neues zu lernen, auszuprobieren und für die weiteren beruflichen Tätigkeiten nutzbar zu machen.
Alle kollegialen Unterstützungssysteme setzen bei den Ressourcen der Beteiligten an:
- Es gilt die eigenen fachlichen und persönlichen Ressourcen (wieder) zu entdecken und gezielt einzusetzen.
- Es gilt die organisatorischen, institutionellen, inhaltlichen und finanziellen Ressourcen des Arbeitsfeldes zu eruieren und effektiv in und mit ihnen zu arbeiten.
Im Rahmen dieser Fortbildungssequenz lernen die Teilnehmenden drei kollegiale Beratungsmodelle mit unterschiedlichem Anspruchsniveau kennen und handhaben. Dies setzt eine hohe methodische und beraterische Grundkompetenz voraus. Die äußeren und inneren Voraussetzungen im Jugendhof in Verden erwiesen sich als ein weiteres „Unterstützungssystem“ für ein lernfreundliches Miteinander.