Dienstag den 06. September 2011
Fahrt in andere Länder, lernt unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Religionen kennen! Das ist der erste Schritt für mehr Toleranz zwischen den Menschen!

Von: Jan-Hinnerk Scholljegerdes

Beinahe beschwörend war dies die Aussage von Barbara Müller, Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen auf die Frage, was sie den jugendlichen Teilnehmern des 17. internationalen CVJM-Sommerworkcamps mit auf dem Wege geben könne, gemeinsam dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder geschehen mag. 25 junge Menschen lauschten gespannt dem Zeitzeugengespräch und erfuhren von Erlebnissen von Frau Müller aus den ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen. Aus fünf Nationen (Niederlande, Belarus, Nordirland, Türkei und Australien) kamen im diesem Jahr die Teilnehmer ins Anne-Frank-Haus des CVJM in Oldau.

Bilder: Jan-Hinnerk Scholljegerdes

Die Teilnehmer waren dabei sehr beeindruckt von der offenen und humorvollen Art von Salomon Finkelstein. Die Begegnung mit Überlebenden des Lagers, um den Jugendlichen ihre damaligen Erlebnisse zu schildern, hat sehr hohen Stellenwert.
Die Teilnehmer bringen dabei verschiedene geschichtliche Hintergründe, die sie in ihren Herkunftsländern gemacht haben in das Workcamp mit ein. Die Teilnehmer tauschen sich über diese Hintergründe aus, und entwickeln durch die Geschichte für die Bergen-Belsen beispielhaft steht, Strategien für das eigene Leben.
Diese Strategien wurden in verschiedenen Workshops gemeinsam entwickelt. So hat die Außengruppe unter anderem eine Station auf dem Erinnerungsweg neu gestaltet. Hier ging es um eine Station die der Thematik der „verlorenen Züge“ gewidmet ist. An dieser Station sollen die Wege von Transporten nachgezeichnet werden, die in den letzten Tagen des Krieges von Bergen-Belsen aus auf tage- oder wochenlange ziellose Reise gingen.
Weiterhin wurden weitere Zeitzeugentexte auf dem Weg aufgebracht, die Erinnerungslinie erneuert und ein Schaukasten an der Verladerampe neu hergerichtet. Eine gute Erfahrung waren auch die gemeinsamen Pflegearbeiten auf dem Gelände der Gedenkstätte.
Dadurch, dass wir Teilnehmende aus verschiedenen Ländern zu Gast haben, haben wir die Chance als internationale Gruppe Menschen verschiedenster Herkunft kennen zulernen und so gemeinsam Vorurteile abzubauen. Denn wenn es uns gelingt Vorurteile abzubauen ist der erste große Schritt wirklich aus dem Vergangenen zu lernen, so wie es Barbara Müllen den Jugendlichen in ihr Stammbuch geschrieben hat.
Dank der „Dokumentationsgruppe“ sind viele Ergebnisse und Erlebnisse festgehalten. Einen Teil der Ergebnisse gibt es auf www.bergen-belsen.blogspot.com oder unter www.jugendserver-niedersachsen.de


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