Sonntag den 17. Februar 2008
Leben! Und wie!?

"2. Denktag" zu einer interaktiven Ausstellung

Vorstellung des geplanten Projektes

Jugendliche und Landesjugendpastorin Cornelia Dassler bei der Methode "worldcafe"

Abseilen vom Kirchturm

Positionierung der Themen an der Turmwand, Gruppenmitglieder assistieren am Boden

Studien der jüngeren Zeit deuten darauf hin, dass bei Jugendlichen ein großer „Resonanzboden“ für religiöse Themen vorhanden ist. Die Lebenswelt von Jugendlichen steht nicht im allgemein kirchlichen Fokus. Umgekehrt ist zu beobachten, dass immer mehr Jugendliche immer weniger mit christlichen Inhalten vertraut sind. Dass hier eine Wechselwirkung vorliegt, ist nicht zu übersehen. Grundabsicht der geplanten Ausstellung „Leben! Und wie!?“ ist, Jugendlichen auf unangestrengte Weise Zentralaussagen des christlichen Glaubens begegnen zu lassen. Dies muss auf eine Weise erfolgen, die für sie nachvollziehbar und ihnen gemäß ist. Das hat allerdings weitreichende Konsequenzen für die Vorgehensweise. In der Jugendarbeit geht es oftmals weniger um Ergebnisse als vielmehr um das Geschehen, den Prozess selbst. Die große Jugendverbandsstudie „Realität und Reichweite von Jugendverbandsarbeit“ (Opladen/Farmington Hills 2006) hat deutlich herausgearbeitet, dass Jugendarbeit nur gelingen kann, wenn sie subjektorientiert ist. D.h., Jugendliche müssen maßgeblich in die konkrete Konzipierung der Ausstellung mit eingebunden und gleichberechtigt beteiligt werden. Damit übernimmt bereits der Werkprozess eine wichtige Funktion, indem er Jugendliche dazu bringt, markante Lebensstationen zu reflektieren und ihrer Altersgruppe, aber auch anderen Generationen, aus ihrer Sicht zugänglich zu machen.

Bei einem "2. Denktag" im Gemeindehaus der Bethlehemkirche in Hannover hatten mehr als 20 Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit, das bisher vom Landesjugendpfarramt der Ev. Luth. Landeskirche Hannovers entwickelte Konzept der geplanten interaktiven Ausstellung kritisch zu hinterfragen und mit vielen neuen Vorschlägen und Ideen weiter zu qualifizieren. Mit der Methode des „worldcafes“ wurden Fragen zur Prozessgestaltung, zu den Risiken, dem Titel und zu den Themen und Erwartungen der Jugendlichen in Bezug auf die Konzeption der Ausstellung gestellt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig dabei die Berücksichtigung der Lebensfelder und Lebensräume Jugendlicher ist.

  • Wie sieht (meine) Zukunft aus?
  • Was geschieht mit unserer Umwelt?
  • Was kommt nach der Schule?
  • Wie sieht Gerechtigkeit, Integration aus?
  • Mit wem werde ich leben, wie werde ich leben?,

stellen nur einen Ausschnitt der Fragestellungen Jugendlicher dar und müssen auf ihre Vollständigkeit hin überprüft werden. In der Mittagspause hatten Jugendliche die Aufgabe, die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe in der Aktion „Klettern am Turm“ zu positionieren. Unter professioneller Anleitung wurden sie am Kirchturm außen heruntergelassen und befestigten Vorschläge für Themen, das Motto und ein Leitmotiv für die Ausstellung. Was ihrer Gruppe am wichtigsten war, wurde am Turm so weit als möglich oben mit Klebeband fixiert.

In der geplanten Ausstellung soll vorrangig die Stimme der Jugendlichen vernehmbar sein – nicht die der Erwachsenen. Diese begleiten den Werkprozess, geben Impulse, hinterfragen und ermöglichen die Umsetzung der Ideen. Geplant sind „Themenstationen“, die von  Gruppen, Schulklassen und Interessierten mit KünstlerInnen, KulturpädagogInnen und anderen „Kreativen“ entwickelt werden. Das Gesamtergebnis „Leben! Und wie!?“ - Eine Suche nach dem, was uns alle angeht, soll dann als Wanderausstellungsprojekt in Kirchen und Schulen gezeigt werden. IdeengeberInnen und Mitwirkende sind erwünscht. Kontakt über Cornelia Dassler. Die Klosterkammer und die Hanns-Lilje-Stiftung haben eine finanzielle Unterstützung des geplanten Ausstellungsprojektes in Aussicht gestellt. Die beiden "Denktage" wurden von der Hanns-Lilje-Stiftung gefördert.


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