Donnerstag den 28. Oktober 2010
Massive Kürzungspläne im Saarland

Von: Landesjugendring Saar

Nach der Ankündigung der Sozialministerin ist die Existenz des Landesjugendringes Saar bedroht. Fast 20% seines Zuschusses sollen gestrichen werden. Der LJR Saar ruft dazu auf, sich an den Protesten gegen die Kürzungspläne zu beteiligen.

Mit der folgenden Pressemitteilung wandte sich der Landesjugendring Saar am 7. Oktober 2010 an die Öffentlichkeit:

"Der Landesjugendring wird mit den am 7. Oktober 2010 vorgestellten Kürzungsplänen der Sozialministerin in einer bisher nicht dagewesenen Art in seiner Existenz gefährdet. 25.000 Euro und somit fast 20 Prozent seines Zuschusses sollen gestrichen werden. Damit wird die Koalitionsvereinbarung der Jamaica-Regierung offen gebrochen, in der dem Landesjugendring Saar seine Handlungsfähigkeit zugesichert wurde.
Noch vor einigen Monaten hatte der Landtag, trotz Kenntnis der Schuldenbremse, die Finanznot der Arbeitsgemeinschaft von 21 Kinder- und Jugendverbänden anerkannt und eine Erhöhung des jährlichen Etats um 10.000 Euro beschlossen.

Mit diesem Vorschlag verspielt die Landesregierung in der Jugendarbeit jede Glaubwürdigkeit. Erst im August wurde die Bewilligung von 1,5 zusätzlichen BildungsreferentInnen-Stellen für die Mitgliedsverbände des Landesjugendrings angekündigt, nur wenige Wochen später soll nun ? Stelle beim Landesjugendring gestrichen werden.

Solche politischen Spielchen erzeugen großes Unverständnis und provozieren den Widerstand der saarländischen Kinder- und Jugendverbände.

Mit dem Landesjugendring wird das Herz der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit im Saarland getroffen.

Es stehen nun auf dem Spiel:
• die Interessensvertretung saarländischer Kinder- und Jugendverbände
• die Unterstützung und Beratung der 21 Mitgliedsverbände
• die zentrale Servicestation für die Kinder- und Jugendarbeit freier Träger im Saarland
• die Unterstützung und Vernetzung der Qualifizierung ehrenamtlicher JugendleiterInnen in Zusammenhang mit der Juleica,
• Qualifizierung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen bei unterschiedlichsten Jugendarbeitsträgern, um Kindeswohlgefährdungen (Vernachlässigung und sexualisierte Gewalt bei Kindern und Jugendlichen) zu erkennen
• die bundesweit ausstrahlenden Innovationen in der Online-Kommunikation und Medienkompetenz mit und für Jugendliche (Jugendserver-Saar, Medienkompetenz-Projekttage für Jugendliche in sozialen Netzwerken)
• Partizipationsprojekte für Kinder und Jugendliche in sie betreffenden Fragen („DingDeinDorf“) und
• die Organisation preisgünstiger Theaterabos für junge Menschen über den Kulturring der Jugend

Das Vertrauen der ehrenamtlichen Jugendarbeit in die Jugendpolitik der Jamaika-Koalition ist im höchsten Maße gestört.

Wir fordern alle saarländischen Fraktionen im Landtag auf, diesen Plänen, die auf die Zerschlagung einer unabhängigen und unbequemen Interessensvertretung zielen, eine deutliche Absage zu erteilen.

Letztlich wird mit diesem Regierungsentwurf der Wille des Parlaments konterkariert.

Der Vorstand
Holger Meuler (DGB-Jugend)
Frank Kettern (BDKJ)
Catharina Becker (Juz-united)
Heike Weber (Jugendrotkreuz)
Mark Harlos (AEJ, Ev. Jugend)"

Weitere Informationen gibt es unter www.landesjugendring-saar.de. Eine Unterstützung der Aktion ist möglich übers Internet - hier geht es zur Unterschriften-Liste: bit.ly/bTd901


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