Die Situation von hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Jugendarbeit und in Kindertagesstätten ist u.a. durch einen kontinuierlichen Anstieg des Arbeitsdrucks gekennzeichnet.Der Wunsch nach Austausch, Reflexion, professioneller Unterstützung ist angesichts der Vielschichtigkeit der Anforderungen, die das Arbeitsfeld stellt, nicht nur berechtigt, sondern notwendig, um die Qualität der Arbeit zu erhalten, zu fördern und auszubauen. Oft fehlt es jedoch an Informationen und Erfahrungen darüber, welche Art von Unterstützung sinnvoll ist. Teilnehmende der Langzeitfortbildung "Kollegiale Beratung und Supervision (KoBesu) III" nutzten die Möglichkeit, unterschiedliche Formen kollegialer Unterstützungssysteme genauer kennen zu lernen, auszuprobieren, in das jeweilige Arbeitsfeld zu installieren und Erfahrungen gemeinsam zu reflektieren. Alle kollegialen Unterstützungssysteme setzen bei den Ressourcen der Beteiligten an:
Alle kollegialen Unterstützungssysteme gehen davon aus, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter letztlich ExpertInnen für sich und ihre jeweilige berufliche Situation sind und bleiben. Deshalb können sie selbst am besten entscheiden, welches Unterstützungssystem an welcher Stelle im eigenen Arbeitsfeld installiert werden kann. Eine Strukturierung des Arbeitsfeldes durch verschiedene mit-/fortlaufende Reflexionsebenen dient letztlich auch der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Der Kurs "KoBeSu III" nutzte eine erneute Zusammenkunft im Evangelischen Jugendhof Sachsenhain um die Methode "reflecting team" intensiver zur Bearbeitung von Beratungsthemen im Kontext von Jugendverbandsarbeit und im Kindertagesstättenbereich auszuprobieren und für den beruflichen Alltag zu nutzen. Neben dem Erfahrungsaustausch stand aber auch das gemeinsame Wiedersehen im Mittelpunkt des Fortbildungstages. Die Kursgruppe war im Juni 2008 beendet worden und hatte mehr als 1 1/2 Jahre intensive Lernerfahrungen als Hintergrund für viele Erlebnisse, die nun in vielen Gesprächen und Arbeitssequenzen aufgefrischt werden konnten. Zur Auffrischung, Differenzierung und Begleitung der eigenen Arbeit vor Ort wurde das erneute Angebot der kollegialen Unterstützungssysteme von allen TeilnehmerInnen als sinnvoll, motivierend, festigend und weiterqualifizierend erlebt. Die Kursleiter Irmtraud Roscher und Manfred Neubauer unterstrichen in der Abschlussrunde, dass die Situation von hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Jugend(verbands)arbeit, sowie in anderen Feldern kirchlicher, diakonischer und sozialer Arbeit immer mehr durch vielschichtige inhaltliche und professionell-persönliche Anforderungen gekennzeichnet ist. Gerade die schnelllebige Jugend(arbeits)szene mit ihrem häufigen Wechsel von Ehrenamtlichen, Jugendlichen, Projekten und neuen Themen, stellt hohe Anforderungen an hauptamtliche MitarbeiterInnen. Es ist deshalb Aufgabe der Hauptberuflichen die eigene Rolle klar zu definieren, ein stabiles Beziehungsmanagement zu fördern, die Entwicklung psychosozialer Kompetenzen im Hinblick auf die Ehrenamtlichen zu forcieren und thematisch "up to date" zu sein. Hinzu kommt häufig ein wachsender Erfolgsdruck aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen. Es besteht also ein erhöhter Bedarf an prozessbegleitenden Maßnahmen zur Professionalisierung für diese unterschiedlichen Aufgabenbereiche. Neben Supervision und Coaching gehört Kollegiale Beratung als ein weiteres kollegiales Unterstützungssystem deshalb heute zum expertenunabhängigen Standardinstrument sozialer Arbeit, das der Qualitätssicherung dient. Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.
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