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Montag den 18. Januar 2010
Rubrik: Arbeitshilfe
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Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen e.V. (aejn) mit ihren Mitgliedsverbänden bearbeitet in der Entwicklung des Zukunftsprogramms des Landesjugendringes Niedersachsen die Themeninsel „Soziale Gerechtigkeit – Gesellschaft im Wandel“. Über aktuelle Entwicklungen, Dokumente und Materialien informiert regelmäßig das WIKI im Internet unter www.neXT2020.de. Hier finden sich auch Informationen vom Geschehen auf den übrigen sieben Inseln.
Jugendlichen ist Gerechtigkeit und insbesondere soziale Gerechtigkeit wichtig. Manchmal hat man den Eindruck, dass das Thema Gerechtigkeit lediglich im Zusammenhang von Wahlen von großer Bedeutung ist. Doch in vielen Situationen ist es nicht einfach zu sagen, was gerecht wäre, und wie soziale Gerechtigkeit hergestellt werden könnte. Es gibt unzählige Definitionen von Gerechtigkeit und sozialer Gerechtigkeit. Dabei ist in vielen Fällen die finanzielle Grundsicherung ein wesentlicher Bestandteil. Aber es kommt eine Vielzahl anderer Aspekte hinzu: Gerechtigkeit herrscht nur, wenn man seine Rechte einfordern kann. Wenn gewährleistet ist, dass jeder Mensch seine Talente nutzen und aufsteigen kann, sprechen wir von Chancengerechtigkeit. Bedürfnisgerechtigkeit ist verwirklicht, wenn jeder genügend Mittel zur Verfügung hat, um seine Bedürfnisse befriedigen zu können. Und: Wer viel und gut arbeitet, soll mehr bekommen als der, der lieber seine Freizeit genießt: Dieses Prinzip heißt Leistungsgerechtigkeit. Aber dann müssten Jugendliche erst einmal einen Ausbildungsplatz oder ein Studium und anschließend eine Beschäftigung haben. Auch die Projektgruppe der aejn zum Thema „Soziale Gerechtigkeit – Gesellschaft im Wandel“ tat sich schwer, eine Definition zu Gerechtigkeit zu finden. Es erfolgte letztlich eine Einigung zu folgenden Stichworten: "Gerechtigkeit ist keine Maßeinheit, sondern ein Gefühl, eine individuelle Wahrnehmung, eine Erfahrung, ein Erleben."
Im Laufe des Arbeitsprozesses hat es an verschiedenen Stellen Konkretisierungen gegeben, die ihren Niederschlag in den Beiträgen einer Arbeitshilfe finden. Hinzugekommen sind im Arbeitsprozess gegenseitige Vergewisserungen und Positionen, die Anregungen für die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema bieten sollen, z.B. zum Bereich „Glaube und soziale Gerechtigkeit“ oder auch „bedingungsloses Grundeinkommen“.
Unter dem Titel „Soziale Gerechtigkeit – Gesellschaft im Wandel“ bietet die nunmehr 19. Arbeitshilfe in der Reihe „Gegen den Trend“ Anregungen zur Auseinandersetzung und persönlichen Orientierung. Die Broschüre markiert den aktuellen Diskussionsstand innerhalb der einzelnen Mitgliedsverbände in der aejn e.V., ausgehend von den Überlegungen und Positionen, die im Rahmen eines „Jugendsozialgipfels der Evangelischen Jugend“ im November 2006 entwickelt wurde. So schreibt die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Mechthild Ross-Luttmann, in ihrem Vorwort: „Die Aktion regt in vorbildlicher Weise dazu an, in Jugendgruppen und Schulklassen eine zeitgemäße christliche Normen- und Wertedebatte zu führen.“
Verschiedene thematische Zugänge ermöglichen die Auseinandersetzung mit dem Leitgedanken „Soziale Gerechtigkeit – Gesellschaft im Wandel“, u.a.:
- Projekte gegen Kinderarmut in der Jugendverbandsarbeit
- Ein Perspektivwechsel oder „Wer ist hier eigentlich schwierig?“ (Aufsuchende Jugendarbeit in Leer)
- Soziale Gerechtigkeit – auch eine Frage der Menschenrechte?“ Erfahrungen aus der Internationalen Jugendarbeit im Anne-Frank-Haus und in der Gedenkstätte Bergen-Belsen)
Mit Texten, Anregungen für die Praxis, Projektbeispielen, Aktionsvorschlägen, Spielen und biblischen Geschichten sowie Literaturangaben will diese Arbeitshilfe Kinder, Jugendliche und Erwachsene motivieren, über das Thema „Soziale Gerechtigkeit – Gesellschaft im Wandel“ nachzudenken. Es werden konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für die Schule und für die außerschulische Jugendarbeit angeboten.
Die Arbeitshilfe - 128 Seiten - kann hier bestellt werden.