Samstag den 29. August 2009
Vertiefende Beratungskompetenz erworben
Rubrik: Fortbildung

Die Teilnehmenden der Langzeitfortbildung „Kollegiale Beratung und Supervision (KoBeSu IV)“ haben sich in einem fünftägigen Seminarblock schwerpunktmäßig mit dem Modell der „Kollegialen Beratung und Supervision (KoBeSu)“ nach Prof. Dr. Jörg Schlee beschäftigt und auseinander gesetzt.

Die Kursgruppe

Die Kursgruppe

Uwe Huchthausen beim Referat

Uwe Huchthausen beim Referat

Elke Hartebrodt-Schwier bei ihrem Referat

Elke Hartebrodt-Schwier bei ihrem Referat

Irmtraud Roscher stellt das Modell vor

Irmtraud Roscher stellt das Modell vor

Im Ludwig-Kayser-Haus des Jugendhofes auf Spiekeroog war die nötige Ruhe und auch Konzentration vorhanden, um zunächst eine Standortbestimmung zu den implementierten Gruppen von „Kollegialer Beratung in die berufliche Praxis“ vornehmen zu können und anschließend Neues zu lernen, auszuprobieren und für die weiteren beruflichen Tätigkeiten nutzbar zu machen. Parallel zu der Arbeit mit diesem Ablaufmodell wurde die installierte Tandem-Arbeit der Kursteilnehmenden reflektiert. Sie ist als gegenseitige Begleit- und Unterstützungsform gedacht und somit als kollegiales Unterstützungssystem eingeführt worden. Die praktischen Erfahrungen wurden als Bereicherung für den beruflichen Alltag beschrieben.

 

Das kollegiale Beratungs- und Supervisionsmodell „KoBeSu“ nach Prof. Dr. Jörg Schlee fußt auf der Grundlage konstruktivistischer und kommunikationstheoretischer Ansätze und bindet die partnerzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers ein. Das Modell wurde zunächst in der Lehrerfortbildung entwickelt und erprobt und für den Bereich der Jugendarbeit von den Kursleitern der Langzeitfortbildung „Kollegiale Beratung und Supervision (KoBeSu)“ weiter entwickelt. Elke Hartebrodt-Schwier (Kirchenkreis Laatzen-Springe) und Uwe Huchthausen (Haus kirchlicher Dienste Hannover) hatten in einem Referat zunächst die theoretischen Grundlagen für das Modell vermittelt und dabei auch die jeweiligen Menschenbildannahmen in den Mittelpunkt der Betrachtungen gerückt. Jeder Mensch ist mit einer Sprach- und Kommunikationskompetenz, Reflexivität, potentieller Rationalität sowie Handlungsfähigkeit ausgestattet. Der Mensch ist bestrebt nach selbstbestimmter und ethisch wertvoller Weiterentwicklung. Er ist nicht reagierend, sondern aktiv konstruierend und bewusstseins- und erkenntnisfähig. Folglich spricht man von einem epistemologischen Menschenbild. Diese Kompetenzen besitzt der Mensch, die jedoch im Training konstruktiv weiterentwickelt werden können wie zum Beispiel in der Kollegialen Beratung.

 

Irmtraud Roscher gab anschließend die praktische Einführung in das Ablaufmodell, das dann zunächst in einer Laborsituation einmal erlebt und anschließend in mehreren Erprobungsrunden eingeübt wurde. Dabei wurde erfahrbar, dass höhere Beratungskompetenz der BeraterInnen förderlich für die Beratungstiefe der ratsuchenden Person ist.

 

Im Rahmen dieser Fortbildungssequenz lernen die Teilnehmenden drei kollegiale Beratungsmodelle mit unterschiedlichem Anspruchsniveau kennen und handhaben. Dies setzt eine hohe methodische und beraterische Grundkompetenz voraus. Die äußeren und inneren Voraussetzungen im Jugendhof auf Spiekeroog erwiesen sich als ein weiteres „Unterstützungssystem“.

 

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