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Mittwoch den 18. Februar 2009
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Die Kursgruppe vor dem Ev. Jugendhof Sachsenhain, Verden

Heike Rohdenburg und Kerstin Schmidt beim Referat

Kerstin Schmidt nach Installation vier weiterer Ohren
Ein Kommunikationsvorgang zwischen zwei Personen erfolgt nach dem Prinzip „Sender –codiert – (Nachricht)—decodiert –Empfänger“. Der Sender und der Empfänger sind beim Kommunikationsvorgang jeweils mit ihrer ganzen eigenständigen Persönlichkeit, ihrer Lebenserfahrung mit den jeweiligen Emotionen, Erlebnissen und Assoziationen dabei.
Jede Nachricht hat vier Seiten. Sachaussage: Der Sender sagt etwas zur Sache. Selbstoffenbarung: Der Sender der Nachricht berichtet etwas über sich. Beziehungsausssage: Der Sender sagt etwas über die Beziehung zum Empfänger. Appell: Der Sender teilt mit, was er vom Empfänger erwartet. Implizite Appelle sind versteckte Appelle. Explizite Appelle sind offen gesagte Appelle.
Heike Rohdenburg (Kirchlicher Dienst in Polizei und Zoll) und Kerstin Schmidt (Stadtjugenddienst Hannover) machten in ihrem Referat nach Friedemann Schulz von Thun innerhalb der Langzeitfortbildung "Kollegiale Unterstützungssysteme - Kollegiale Beratung und Supervision (KoBeSu) IV" im Rahmen der ersten Themenvertiefenden Praxisgruppen (TVP) deutlich, dass Nachrichten verbal und nonverbal abgesetzt und verstanden werden können. Sie sind immer auch eine Mischung von beidem. Wenn nonverbale und verbale Botschaften übereinstimmen, spricht man von kongruenten Nachrichten. Bei inkongruenten Nachrichten stimmen verbale und noverbale Botschaften nicht überein. 55 % der Wirkung einer Nachricht wird durch Körpersprache bestimmt: Gestik, Mimik und Augendkontakt. 38% durch Sprechgeschwindigkeit und Stimmlage und nur 7% durch den gesprochenen Inhalt.
Auch die empfangene Botschaft hat vier Seiten. Friedemann Schulz von Thun spricht von den 4 Ohren des Empfängers:
Sachohr: Der Empfänger hört etwas zur Sache.
Selbstoffenbarungsohr: Der Empfänger hört etwas zur Person des Senders.
Beziehungsohr: Der Empfänger hört, wie der Sender die Beziehung zum Empfänger vorstellt.
Appellohr: Der Empfänger hört, was der Sender von ihm will.
Gesendete und angekommene Nachricht müssen nicht übereinstimmen. Häufig sind sie in ein oder mehreren Seiten unterschiedlich. Eine sehr häufige Fehlerquelle in Nachrichten entsteht dadurch, dass der Empfänger eine Seite der Nachricht korrekt empfängt aber auf den anderen Seiten oder auf einer Seite weitere Botschaften mithört (korrelierte Botschaften).
Bei dem Referat von Heike Rohdenburg und Kerstin Schmidt wurden immer wieder praktische Übungen eingestreut, um die theoretischen Aussagen im aktuellen Vollzug zu erleben und einordnen zu können. Im weiteren Verlauf konzentrierte sich die anschließende Diskussion in der Gesamtgruppe darauf wie die theoretischen Erkenntnisse für die praktische Beratungsarbeit nutzbringend eingesetzt werden können und welche innere Haltung von den BeraterInnen dafür hilfreich sein kann.
Diese Theorie-Praxis-Fortbildung bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Formen Kollegialer Unterstützungssysteme kennen zu lernen, auszuprobieren und in das jeweilige Arbeitsfeld zu installieren. Alle kollegiale Unterstützungssysteme setzen bei den Ressourcen der Beteiligten an:
- Es gilt, die eigenen fachlichen und persönlichen Ressourcen (wieder) zu entdecken und gezielt einzusetzen.
- Es gilt, die organisatorischen, institutionellen, inhaltlichen und finanziellen Ressourcen des Arbeitsfeldes zu eruieren und effektiv mit ihnen zu arbeiten.