"The future will much be better tomorrow" (George W. Bush)Eine kinder- und jugendgerechte Welt zu schaffen, ist gemessen an den formulierten Ansprüchen aus dem Abschlussbericht des Weltkindergipfels 2002 eine umfassende Aufgabe. Von daher ist es zu begrüßen, dass es in der Bundesrepublik Deutschland einen „Nationalen Aktionsplan. Für ein kindergerechtes Deutschland 2005 – 2010“ (NAP) gibt. Dabei ist es Ziel: „... eine kindergerechte Welt zu schaffen, in der die Grundsätze der Demokratie, der Gleichberechtigung, der Nichtdiskriminierung, des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit sowie der Allgemeingültigkeit, Unteilbarkeit und wechselseitigen Abhängigkeit und Verknüpfung aller Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Entwicklung, die Grundlage für eine nachhaltige menschliche Entwicklung bilden, die das Wohl des Kindes berücksichtigt“. An dieser Zieldefinition müssen sich im Querschnitt alle Bereiche und Ebenen politischen Gestaltens messen lassen. In einer Umfrage im Internet (http://www.jugendinfo.de - für Bremen und Bremerhaven) zu der Frage „Welche Ziele haben Jugendliche?“, war die häufigste Nennung: „Ich will alles und zwar sofort“ (188 Klicks), gefolgt von „Gute Schulnoten“ (171 Klicks) und „ Ich erwarte nix“ (162 Klicks). Für viele Kinder und Jugendliche ist diese Option „Ich – alles - sofort“ sicherlich weiterhin möglich. Das „Ich will“ oder „Nein“ ist sehr stark ausgeprägt, und Wünsche zu unterdrücken ist manchmal sehr schwer. Nur: Jedem Wunsch kann und sollte auch wiederum nicht nachgeben werden, denn zur eigenen Unabhängigkeit gehören auch Grenzen, die es zu entdecken gilt oder die auch gesetzt werden. Wird allen Forderungen nachgegeben, ist nichts gewonnen: Das Kind, der Jugendliche oder die Heranwachsenden haben dann keinerlei Orientierungshilfe und fühlen sich allein gelassen. „Einige können nie genug kriegen, andere kriegen nicht genug!“ ist die andere Seite der Medaille, wie auch in der vorliegenden Arbeitshilfe als eine Kapitelüberschrift formuliert. Von daher ist es zu begrüßen, dass im „Zweiten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung – Lebenslagen in Deutschland“ Armut über das Lebenslagenkonzept erfasst wurde, da so die Reduzierung von Armut auf materielle Ressourcen vermieden wird. Das Lebenslagenkonzept ermöglicht, die Anhäufung von Armutsproblematiken in den einzelnen Lebenslagen zu erkennen und differenziertere Aussagen zur Armut zu treffen. Die Analyse in diesem Bericht erlaubt einen Einblick in verschiedene Dimensionen ärmerer Lebenslagen, wie z. B. Einkommen, Vermögen, Überschuldung, Bildung, Versorgung mit Wohnraum und gesundheitliche Situation. Bedauerlich ist aber, dass der Regierungsbericht in seiner Darstellung über den Reichtum in Deutschland nicht demselben Ansatz folgt. Gerade eine genauere - auch qualitative - Betrachtung der reichen Lebenslagen hätte das Ausmaß sozialer Ungleichheit verdeutlicht. Deshalb wird in der vorliegenden Broschüre an einigen Stellen auch ein globalerer Blickwinkel eingenommen. Gerechte Chancen, z. B. in der Bildung für alle Kinder und Jugendlichen, und damit der erfolgreiche Zugang zum Arbeitsmarkt, sind im Zeitalter der Wissensgesellschaft die wichtigste Voraussetzung für ein zukunftsfähiges Land. Chancengerechtigkeit bedeutet, allen Kindern und Jugendlichen gleichermaßen, also unabhängig von Faktoren wie beispielsweise Herkunft oder Geschlecht, einen umfassenden Zugang zu einer hochwertigen Bildung zu verschaffen. Der Zugang zum Wissen und die Fähigkeit zum Lernen entscheiden über die Chancen eines selbstbestimmten Lebens. Eine fundierte Ausbildung ist der Grundstein für die Entfaltung der Persönlichkeit und für soziale Teilhabe. Es geht um die Zukunft im Hier und Jetzt – um die Gegenwart und Zukunft von Kindern und Jugendlichen. Für die Redaktionsgruppe Manfred Neubauer N.S. Die Arbeitshilfe für Schule und außerschulischer Jugendarbeit erscheint Ende Januar 2006 und kann hier vorbestellt werden: „Ich – alles – sofort!?“ Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.
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